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Der Ostparkweiher bekommt wieder Luft: Warum die Entschlammung eine gute Nachricht für Grafenberg ist

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Der Ostparkweiher ist für viele Menschen in unserem Stadtteil weit mehr als nur ein Gewässer im Park. Er ist der zentrale Blickpunkt beim Spaziergang, ein Treffpunkt zum Durchatmen, geschätzter Lebensraum für Tiere und ein Stück Stadtgrün, das man erst richtig vermisst, wenn es kippt. Genau deshalb sorgt die angekündigte Entschlammung derzeit für viele Fragen und Aufmerksamkeit in Grafenberg.


Beim politischen Markttag am Rondell am 12. September hat das Gartenamt die anstehenden Pläne vorgestellt und ausführlich erläutert.


Das Problem: Wenn das Gewässer „keine Luft“ mehr bekommt

Im Kern geht es um eine typische Entwicklung älterer Parkgewässer: Über Jahrzehnte sammeln sich am Grund Laub, Äste, abgestorbene Wasserpflanzen und feine Sedimente. Wird diese Schicht zu dick, leidet die Wasserqualität massiv.


Aktuell liegt die Schlammschicht im Ostparkweiher bei durchschnittlich 30 Zentimetern – gleichzeitig fehlen ausreichend tiefe Stellen. Wenn der Grundwasserstand in heißen Sommern sinkt, fehlt es Fischen, Amphibien und Insekten an überlebenswichtigen Rückzugsräumen. Im schlimmsten Fall droht dem Weiher der Sauerstoffmangel.


Die geplante Entschlammung ist daher kein kosmetischer Eingriff, sondern eine notwendige Pflegemaßnahme, um den Weiher langfristig als offenes und lebendiges Gewässer zu sichern.


Was genau passiert am Weiher?

Das Projekt verfolgt das Ziel, den Weiher ökologisch zu stabilisieren und zukunftsfest zu machen:


  • Mehr Tiefe schaffen: Im Zentrum des Weihers wird ein tiefere Zone ausgebaggert, deren Sohle rund einen Meter unter dem bisherigen Niveau liegt. Hier entsteht bei Niedrigwasser der entscheidende Rückzugsraum.


  • Schutz für bedrohte Arten: Naturnahe Flachufer und Anpflanzungen schaffen wieder ideale Bedingungen für Arten wie die Armleuchteralge, die Große Teichmuschel, den Bitterling, die Schleie und den Hecht.


  • Schonende Technik: Der Schlamm wird per Boot und Amphibienfahrzeug entnommen, über eine schwimmende Leitung abgepumpt, außerhalb des Weihers entwässert und abtransportiert.


Zeitplan und Einschränkungen im Park

Um die Fauna bestmöglich zu schützen, finden die Hauptarbeiten im Herbst und Winter statt, wenn die Tiere im oder am Gewässer wenig aktiv sind:


  • Oktober 2026 bis Januar 2027: Durchführung der Hauptarbeiten und Absaugung des Schlamms.


  • Bis März 2027: Rückbau der Baustelleneinrichtung und Wiederherstellung der Parkflächen.


Wichtig für den Spaziergang: Während der Hauptphase werden lediglich die gewässernahen Bereiche westlich der zentralen Wiese sowie die Baustellenzufahrt von der Zweibrückenstraße gesperrt. Alle übrigen Bereiche des Ostparks bleiben uneingeschränkt zugänglich!


Investition in biologische Vielfalt und Klimaanpassung

Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf voraussichtlich 1,51 Millionen Euro. Ein Großteil davon wird durch den Bund getragen: Über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz – ländlicher Raum“ (ANK-LK) fließen 942.574 Euro an Fördergeldern nach Düsseldorf.


Fazit: Unsichtbare Pflege für unser Stadtgrün

Parks und Gewässer funktionieren in der Stadt nicht von allein – sie brauchen Pflege und manchmal auch größere Instandhaltungsmaßnahmen. Der Ostparkweiher wird durch die Maßnahme zwar nicht vor jedem künftigen Hitzesommer geschützt sein, erhält aber genau den Spielraum zurück, den er für ein gesundes Ökosystem braucht.


Der direkte Austausch beim Markttag am Rondell hat gezeigt: Wenn Verwaltung und Stadtteil frühzeitig miteinander sprechen, wird aus einer technischen Baustelle ein nachvollziehbarer Gewinn für uns alle. Unser Ostpark bleibt ein Ort, um den sich Grafenberg gemeinsam kümmert.

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